SPD Karlsruhe-Daxlanden

Besichtigung des Rheinhafendampfkraftwerks Karlsruhe

Jusos in Aktion

Mit den Jusos Karlsruhe-Stadt wurde am 26.10.2016 das Rheinhafendampfkraftwerk (RDK) der EnBW in Karlsruhe besichtigt

Das Rheinhafendampfkraftwerk ist ein Steinkohle-Kraftwerk der EnBW und liegt unmittelbar am Rhein in der Einfahrt des Rheinhafens. Insgesamt besteht das Kraftwerk aus 7 Blöcken, die Steinkohle verbrennen, um aus der Wärme elektrische Energie gewinnen zu können. Darüber hinaus gibt es eine Dampfturbine, als RDK 4S bezeichnet. Für den Betrieb des Kraftwerks werden nur die Blöcke 7 und 4s genutzt. Außerdem wird ein großer Teil der Wärme für die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke genutzt.

 

Das Kraftwerk wurde von 2008 bis 2014 um einen weiteren Block (RDK8) erweitert. Dieser neue Kraftwerksblock hat eine Bruttoleistung von 912 MW und kann bis zu 220MW Fernwärme entkoppeln. Das Besondere an diesem Block ist der Wirkungsgrad von 46% (netto), der einen sehr hohen Wert für solche Anlagen darstellt.

 

Die Veranstaltung war aufgeteilt in einen ca. 2 stündigen Vortrag einer EnBW-Mitarbeiterin über das Thema Energiepolitik und Energiewende mit anschließender Diskussion. Anschließend wurden wir durch den RDK 8 geführt und konnten verschiedene Stationen von der Kohleaufbereitung, über den riesigen Generator bis hin zum Schornstein und Kühlturm sehen.

 

In der Gruppe ist mit besonderem Schwerpunkt die Problematik der Netzstabilität mit steigendem Anteil der Erneuerbaren Energien diskutiert worden. Die konventionellen Kraftwerke benötigen Brennstoffe, um den Energieumwandlungsprozess hin zu elektrischer Energie durchführen zu können. Bei ausreichendem Nachschub von fossilen Energieträgern (beispielsweise Steinkohle) kann das Kraftwerk eine konstante Leistung in das Stromnetz einspeisen.

 

Die Energieträger der Erneuerbaren Energien sind zum großen Teil Wind oder Sonnenenergie. Die einspeisende Leistung von Solaranlagen variiert über den Tagesverlauf sehr stark, gleiches gilt für die Windkrafträder. Darüber hinaus sorgt die Dezentralisierung der Energieversorgung dafür, dass es nicht mehr wenige große Kraftwerke gibt, sondern viele Haushalte bereits ihre eigenen kleinen Kraftwerke in Form von Solaranlagen auf dem Dach stehen haben. Durch diese Variation der Einspeisung ist es anspruchsvoller, den Leistungsbedarf von ca. 70.000 MV (Bedarf in Deutschland) zu decken.

 

Besonders der Norde kann mit immer mehr Offshore Windanlagen in der Nord- und Ostsee dazu beitragen, große Mengen an Strom in das Netz einzuspeisen, um die Netzstabilität gewährleisten zu können. Allerdings besteht hier momentan die Problematik, dass dieser Strom nicht in den Süden Deutschlands transportiert werden kann, da ausreichende Trassen fehlen. Solche Trassen sind allerdings unabdingbar.

 

Für die EnBW sei vor allem die Dezentralisierung der Energieversorgung eine große Herausforderung, da es viele dezentrale Stromquellen bereits jetzt gäbe und Verteilnetze in Zukunft viel intelligenter auf Änderungen der Netzbelastung reagieren müssten. Insofern müsse besonders in Forschung für Stromspeicherung investiert werden, um in diesem Bereich marktfähige Lösungen anbieten zu können.

 

Ebenfalls diskutiert worden ist die Frage, inwieweit auf Kohlekraftwerke für unsere Energieversorgung verzichtet werden kann. Wir wollen keine Kraftwerke, die unsere Umwelt mit CO2-Gasen und andere schädlichen Gasen verpesten. Allerdings würde mit dem Wegfall von Kohleenergie eine weitere stabile und verlässliche Quelle wegfallen, wodurch die Netze weiterhin belastet werden würden. Es ist aber auch klar, dass wir dem Klimaschutz verpflichtet sind und auch die Politik klar aufzeigen muss, wie Klimaschutz gestaltet werden muss. In diesem Zusammenhang wurde die Frage aufgeworfen, ob Stromversorgung komplett in öffentlicher Hand liegen sollte oder nicht.

 

Wenn in Zukunft auf fossile Energieträger verzichtet werden sollen, müssen die Fragen der Netz- und Versorgungsstabilität mit klaren Konzepten beantwortet werden. So wurden in unserer Gruppe diskutiert, ob die E-Mobilität als Energiespeicher dienen kann, wenn der Strom nicht verbraucht wird. Die E-Autos also dann aufgeladen werden, wenn durch Erneuerbare Energien im Verhältnis zum aktuellen Verbrauch zu viel Strom verbraucht wird.

 

 

Insgesamt ist die Veranstaltung sehr spannend gewesen. Besonders die Diskussion über Energiepolitik und Energiewende in Deutschland ist sehr aufschlussreich gewesen. Wenn wir das Klima schützen wollen, ist klar, dass sich unsere Energieversorgung nicht mehr auf fossile Energieträger stützen darf. Der Ausstieg aus diesen Formen muss aber mit Konzepten geschehen, die weder Netz- noch Versorgungssicherheit gefährden und gleichzeitig die Strompreise für die Endverbraucher nicht in die Höhe schießen lässt. Dieses Thema wollen wir auch im nächstem Jahr aufgreifen und weiter diskutieren.

 

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